PAMIR
Kirgistan | Tadschikistan | Pakistan | Afghanistan
In den Grenzregionen von Kirgistan, Tadschikistan, Pakistan und Afghanistan taucht die preisgekrönte Fotografin Priska Seisenbacher in den Alltag der Einheimischen ein. Sie erlebt arrangierte Ehen, Opiumkonsum, Spionageverdacht und harte körperliche Arbeit, aber auch beispiellose Gastfreundschaft, ursprüngliche Natur und selbstbestimmt handelnde Frauen. Eine Reportage über intensive Begegnungen in den entlegenen Jurtensiedlungen des Pamir.
Wüst sind die Landschaften, willkürlich die Landesgrenzen. Priska Seisenbacher bereist das Hochgebirge in Zentralasien grenzübergreifend. Sucht nicht die Einsamkeit, sondern das Leben. Erzählt von Menschen, die ihren Alltag in dieser harschen Gegend meistern, aber auch von Konflikten und Grenzerfahrungen.
Während sich die junge Manizha in Tadschikistan auf ihr bevorstehendes Studium freut, ist der Handlungsspielraum der meisten afghanischen Frauen wesentlich geringer: Arrangierte Ehen, hohe Kindersterblichkeit und harte Arbeit sind ihr Alltag. Verschiedene Lebenswelten, die eng mit der Kultur und Geschichte der Region verflochten sind. Priska Seisenbacher erzählt von den Träumen dieser Menschen, ihren Süchten, von Korruption und einem wochenlangen Ritt auf den Rücken von Pferden. Sie spricht von der Begegnung mit einem betrunkenen LKW-Fahrer auf dem Weg nach China und davon, wie sie von der Kirgisin Chinara vor einer Eskalation geschützt wird. Sie lernt das Ismailitentum kennen, eine schiitische Glaubensrichtung im Islam, die Frauen und Männern zu grösserer Freiheit verhilft. So ist es kein Zufall, dass sie ausgerechnet im kargen Hochgebirge auf Frauen trifft, die studieren, öffentlich Fussball spielen und einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen.
Priska Seisenbacher erzählt eine Geschichte voller Grenzgänge, mit bleibenden Eindrücken vom Leben in der weitgehend unbekannten Hochgebirgswelt des Pamir und Karakorum.
Priska Seisenbacher
Priska Seisenbacher, 1990 geboren, lebt in Wien. Als Autorin und Fotografin erhielt sie mehrere Auszeichnungen, wie den Scholarship Award des renommierten Fotografen Timothy Allen. Seit über zehn Jahren bereist sie vor allem Iran, Afghanistan, Kirgistan, Pakistan und Tadschikistan. Bevor sie sich gänzlich der Selbstständigkeit widmete, unterrichtete sie am Gymnasium die Fächer Deutsch und Geschichte.
Mit 21 Jahren erfüllte sich Priska Seisenbacher eine Sehnsucht und betrat für eine Indienreise das erste Mal aussereuropäischen Boden. Ebenso prägend war die erste Reise nach Iran, wohin sie immer wieder zurückkehrte. Ihre Faszination für den persischen Kulturraum und das Hochgebirge führte sie schliesslich mehrmals in den Pamir. Dort schlug sie ein neues Kapitel in ihrem Leben auf, als sie 2019 das erste Mal allein reiste. Nie zuvor war sie so nah am Leben, keine Reise war je so intensiv. Als Frau kann sie sich in beiden Welten bewegen: Ist den Frauen besonders nah, nimmt aber selbstverständlich auch an Männerrunden teil.
Sie will Regionen mit ihren Widersprüchen und Konflikten kennenlernen, aber ebenso ihre Schönheit erfahren. Vor allem die Frauen vor Ort helfen ihr dabei, diese werden deshalb in ihren Büchern, Vorträgen und Fotos besonders in den Vordergrund gestellt. Ihre Reportagen erscheinen u. a. in «GEO» und «Terra Mater». Auf ihr bei «Reisedepeschen» veröffentlichtes Buch Im Pamir folgte Die Frauen im Karakorum, das 2023 bei «National Geographic» erschienen ist. Ebenso veröffentlichte sie den Bildband Highlights Iran und wirkte an einem Reiseführer zu Iran mit.